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Zen-Mönch Ryōkan – Alle Dinge sind im Herzen - Chinesische Gedichte und Japanische Gedichte und Haiku Zweisprachige Ausgabe Übersetzung aus dem Chinesischen und Japanischen und Kommentierung von Munish Bernhard Schiekel Vorwort von Bruder David Steindl-Rast BoD, Hamburg, 2026, ISBN: 978-3-6967-9458-3, 222 S., EUR 15,00. |
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Dies ist ein Buch über das Leben und Wirken des japanischen Zen-Mönchs Taigu Ryôkan (大愚 良寛, 1758-1831). Der Autor dieser Zeilen hat 1999 zwei kleine Büchlein mit Gedichten von Ryōkan aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht, die von John Stevens aus dem Japanischen ins Englische übertragen worden waren: - Eine Schale, Ein Gewand - Zen-Gedichte von Ryokan Werner Kristkeitz Verlag, Leimen, 1999; - Meister Ryokan - Alle Dinge sind im Herzen Herder Verlag, Freiburg, 1999, 2006, 2013. Beide Bücher sind schon lange vergriffen und alle Versuche mit etablierten Verlagen eine Neuauflage zu realisieren blieben leider erfolglos. Daraufhin habe ich in den vergangenen Jahren viele Gedichte von Ryôkan aus dem Chinesischen übersetzt, ergänzt um zahlreiche von Ryôkans Jahreszeit-Haiku. Dies konnte ich 2025 bei BOD publizieren. - Zen-Mönch Ryôkan - Leben und Wirken. Anschließend habe ich mich entschieden auch eine Neuübersetzung von "Alle Dinge sind im Herzen" aus den alten chinesischen und japanischen Quellen zu versuchen. Der schwierigste Teil war hier für mich nicht die eigentliche Übersetzung, sondern zuvor die Suche nach den jeweiligen Original-Gedichten. Nun konnte ich das Ergebnis wiederum bei BOD selbst publizieren. Dankbarkeit! Und besonders dankbar möchte ich auch die stete emotionale Unterstützung meiner Ryôkan-Projekte durch den Benediktiner-Mönch Bruder David Steindl-Rast und den Sôtô-Zen-Mönch Fumon Shōju Nakagawa erwähnen. Dieses Buch enthält ein schönes Vorwort des Benediktiner-Mönches Bruder David Steindl-Rast, eine längere Einführung in Ryôkans Leben, einige seiner Jahreszeit-Haiku, und zahlreiche seiner chinesischen und japanischen Gedichte. Alle Haiku und Gedichte werden zweisprachig präsentiert und ausführlich kommentiert. Ryôkan lebte nach seiner Ausbildung in einem Zen-Tempel ein einfaches, entbehrungsreiches, aber sehr freies Leben als buddhistischer Bettelmönch und Einsiedler. Schon zu seinen Lebzeiten galt er als außergewöhnlicher Dichter und Kalligraph und war gleichermaßen bekannt für seine Bescheidenheit und Menschenliebe, wie für sein unangepaßtes und exzentrisches Verhalten. Mehrfach bat man ihn, als Abt einem buddhistischen Kloster vorzustehen, aber er lehnte stets ab und bestand darauf, den von Buddha gewiesenen Weg des Bettelmönches zu gehen. Manche seiner Zeitgenossen sahen in ihm einen Heiligen, manche einen großen Dichter, manche auch nur einen sonderlichen und etwas verrückten Zen-Mönch. Er hinterließ, in alle Winde verstreut, etwa 1800 Gedichte. |
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Ich sitze oben beim Pavillon mit dem Namen „Großes Mitgefühl“. Ich stütze mein Kinn und betrachte die Wolken. Riesige Kiefern streben in den Himmel, reine Winde, alt wie die Welt, flüstern. Unten liegt der Teich der Drachenkönig-Quelle, das Wasser ist völlig klar, ohne jede Trübung. So rufe ich allen Wanderern zu: „Kommt, kommt alle hierher und findet in diesem Spiegel euer Herz“. Gleich einer ziehenden Wolke, Durch nichts gebunden: Mein Herz lässt einfach los, gibt sich dem Willen des Windes hin. Gute Freunde und hervorragende Lehrer – Bleib ihnen nah! Reichtum und Macht sind vergängliche Träume, Aber der Duft weiser Worte währt ewig. Was wird bleiben als mein Vermächtnis? Im Frühling die Blüten, im Sommer der Bergkuckuck, im Herbst die Ahornblätter. Sterbegedicht von Ryôkan (1831) |
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